Geflügel
Unter Geflügel versteht man die zum Zweck der Eier
und Fleischgewinnung gezüchteten domestizierten Vögel, in erster
Linie meint man damit Hühner.
Unsere Hühner stammen vom alten Dschungelvogel (Familie der Fasane)
ab, der bereits
vor 4000 Jahren domestiziert wurde.
Die starke Nachfrage und die Forderung nach spezialisierter Zucht
hat leider zu
automatisierten Produktionsmethoden geführt. (Mastbatterien)
Lieber ein paar Cent mehr ausgeben und ein Freilandhuhn
kaufen!
Zusammensetzung von Geflügelfleisch:
| Geflügelfleisch |
Huhn |
Truthahn |
Ente |
Gans |
| Kohlenhydrate |
- |
- |
- |
- |
| Fett |
3-6% |
2-10% |
14-17% |
20-30% |
| Eiweiß |
15-18% |
20-23% |
15-18% |
10-16% |
| KJ pro 100 g |
450 KJ |
650 KJ |
900 KJ |
1000KJ |
Geflügelarten
| Geflügelart |
Beschreibung |
Verwendung |
|
Huhn
(Poulet)
Kücken
(Poussin)
300-500g
|
Stuben-,
Mastkücken: sind das kleinste Hühnergeflügel. Sie haben
ein gelbliches Fleisch. Schlachtalter:
ca. 4 Wochen. |
Im ganzen zum Braten,
Backen und Grillen. Auch zum Füllen. |
Masthähnchen
(Poulet de grain)
ca. 1000 g |
Brathähnchen,
Jungmasthuhn: gemästete weibliche oder männliche Jungtiere,
die vor der Geschlechtsreife geschlachtet werden.
Schlachtalter: 5 bis 7 Wochen. |
Im ganzen oder als Hühnerteile
(Brust, Keulen usw.) im Handel. Zum Braten, Grillen (auch am
Spieß), Dünsten, Backen (Backhuhn) oder auch zum Füllen. |
| Masthuhn
(Poularde) 1500-2500 g |
Die noch nicht geschlechtsreife,
gemästete Henne, hat helles und zartes Fleisch.
Schlachtalter: ca. 7 Wochen. Bresse-Poularde:
hat blauschwarze Füße und ein weißes Gefieder. Diese
in der französischen Bresse naturgerecht
gehaltene Hühnersorte hat ein saftiges, besonders wohlschmeckendes
Fleisch. Schlachtalter: 5 Monate. |
Zum Braten, Hellbraundünsten,
Pochieren und Sautieren, auch
zum Füllen. Kalt für Galantinen. |
Masthahn,
Kapaun (Poulard) 2.000-3.000
g
|
Junge, kastrierte, gemästete
Hähne, "steirischer Kapaun"
Haben ein besonders zartes, saftiges, weißes Fleisch. Schlachtalter:
ca. 12 Wochen. |
Zum Braten, Pochieren,
Sautieren. |
|
Suppenhuhn (Poule)
1.500-4.500 g
|
Legehennen mit einem
Gewicht von 11/2-2 kg, haben ein
hartes, festes und derbes Fleisch.
Zuchttiere mit einem Gewicht von 2-4 kg haben einen hohen Fleischanteil.
Schlachtalter: 12-15 Monate. |
Für Frikassee oder für
Suppen und Salate. |
Gans
4000-7000 g
Frühmastgans |
Sehr fettreiches und
schwerverdauliches Fleisch, das nur im ersten Jahr schmackhaft
ist. Ihr Fleisch ist etwas magerer als das von Mastgänsen. Schlachtgewicht:
bis 4 kg. Schlachtalter: ca. 5
Monate. |
Zum Braten.
Eine Delikatesse sind Gänseleberpastete und geräucherte
Gänsebrust. |
Mastgans
|
Schlachtgewicht: bis
7 kg. Schlachtalter: 6 bis 9 Monate. Stopfgänseleber: eine besondere
Delikatesse, stammt von Gänsen, die im Alter von einem halben
Jahr drei Wochen lang gemästet werden: Man stopft sie viermal
täglich mit Mais. Auf diese Weise gemästet, liefern die Gänse
bei einem Schlachtgewicht von ca. 8 kg eine Leber mit einem
Gewicht von 1 kg. Das Stopfen der Gänse ist in Österreich wegen
Tierquälerei verboten und sollte auch nicht gekauft werden.
(Normale Leber ist zwar nicht so schmackhaft, doch man erspart
dem Tier schmerzen!!) |
Für Pasteten, Terrinen,
Parfaits, in Scheiben geschnitten,
mariniert, rosa gebraten. |
Ente
(Canard)
ca. 2000 g
|
Haben weniger Fleisch
als Hühner und sind oft fett. Fleisch von höchstens einjährigen
Enten ist besonders schmackhaft. |
Besonders zum Braten
und Dünsten sowie für Entengalantinen
und -terrinen. |
| Jungente |
Schlachtgewicht: 1600
bis 1800 g. Schlachtalter: 4 bis 6 Wochen. |
|
| Fleischente |
Schlachtgewicht: 1800
bis 2700 g. Schlachtalter: 4 bis 6 Wochen. |
|
| Flugente |
Spezialität der französischen
Küche. |
Dürfen weder blutig noch
ganz durchgebraten werden. |
| Barbarie-Ente |
Besondere Zuchtform aus
Wild- und Hausenten. Eine Spezialität ist ihre dunkle, fleischige
Brust. |
|
| Blutente
|
Ente, die nicht geschlachtet,
sondern erwürgt (erstickt) wird. Das Tier blutet dabei nicht
aus, das im Körper bleibende Blut macht es saftig und besonders
schmackhaft. Verwendet werden Rouennaiser
und Nantaiser Enten. |
Beim Braten saignant
(blutig) halten. |
| Moschusente |
Kreuzung zwischen Haus-
und Pekingente. |
|
Perlhuhn
(Pintade)
900-1200 g
|
Sein Fleisch ist zart
und hat einen Wildgeschmack, der an den von Fasanen erinnert.
Schlachtalter: 12 Wochen. |
Trocknet beim Braten
leicht aus und wird deshalb mit Speckscheiben umwickelt. Zum
Braten, Grillen, Pochieren. Für
Galantinen, Terrinen. |
Taube
(Pigeon)
350-450 g |
Zählt zum dunklen Mastgeflügel.
Junge Tiere haben ein sehr zartes Fleisch. Die Brust soll vollfleischig,
die Haut glatt sein.
Schlachtalter: ca. 4 Wochen. |
Zum Braten und Grillen
im ganzen, evtl. gefüllt. |
Truthahn,
Puter, Indian, Turkey
(Dindon) 3000-8000 g
|
Stammt aus Mittelamerika,
größte Geflügelart. Das Brustfleisch
ist weiß, kalbfleischähnlich, die Keulen
haben dunkles, rindfleischähnliches Fleisch. Handelsformen:
ganze Truthähne, Keulen, Brust,
Rollbraten, Schnitzel, Putenwurst, Pasteten. Baby-Puter, Jung-(Mast-)Puter
Schlachtalter: 612 Monate. |
Die Keulen sind
von harten Sehnen durchzogen, die bei den Handelssorten bereits
entfernt worden sind.
Im ganzen zum Braten, zum Füllen, für kalte Büffets
(geräucherte Putenbrust). |
Produktion
Industrielle Geflügelhaltung
Bei der industriellen Geflügelhaltung ist die Verarbeitung ein vollautomatischer
Produktionsablauf.
Aufzucht
Die von Elterntier-Züchtungen (Hybridzucht) produzierten Kücken
werden in den Brütereien ausgebrütet und in Kartons verpackt geliefert.
Die Junghühner werden in Räumen unter künstlichen klimatischen Bedingungen
aufgezogen.
Haltung, Fütterung
Nach abgeschlossener Aufzucht werden bis zu 100000 Hühner in mehretagigen
Käfigreihen (Mastbatterien) gehalten. Sie erhalten ein Mastfutter,
das zum raschen Fleischansatz führt und die Mastzeit verkürzt. Die
Mast dauert sechs bis acht Wochen. Die Hühnermast durch Verschneiden,
z. B. bei Poularde, Kapaun, ist heute überholt, da die Hühner zum
Zeitpunkt der Schlachtung die Geschlechtsreife noch nicht erreicht
haben. Unter Poularde versteht man heute jedes schwere, fleischige
Masthuhn.
Schlachtung
Erfolgt in Schlachtbetrieben mit Fließbändern, die vom Schlachten
bis zum Zerlegen automatisch arbeiten. Kopf und Füße werden abgetrennt,
unmittelbar danach läßt man die Tiere ausbluten. Sie werden gerupft
und ausgenommen. Der Schlachtverlust beträgt etwa ein Fünftel des
Lebendgewichtes.
Verpackung
Geflügel oder Geflügelteile werden in Plastikbeuteln
oder auf Schalen unter Schutzfolie verpackt und mit Etiketten versehen,
die Herkunft, Gewicht, Güteklasse usw. angeben.
Artgerechte, natürliche
Geflügelhaltung
Die Hühner werden nicht in Käfigen oder Batterien gehalten, sondern
in Bodenhaltung bei doppelter Mastdauerzeit, wobei jedem Tier ca.
2 m² zur Verfügung stehen. Ihr Futter
besteht aus einem hohen Getreideanteil und ist ohne wachstumsfördernde
Mittel.
Bedeutung
für eine gesunde Ernährung
Verdaulichkeit
Geflügelfleisch ist wegen des geringen Bindegewebsanteiles
leichter verdaulich als Schlachtfleisch.
Junghühner sind besonders leicht
verdaulich. Gänse, Enten und alte Hühner sind fettreich und schwerer
verdaulich.
Nährstoffgehalt: Während der Eiweißgehalt
bei allen Geflügelarten etwa gleich ist, ist der Fettgehalt sehr
unterschiedlich. Der Nährwert ist ähnlich dem des Schlachtfleisches.
Arzneimittelgehalt: Der Einsatz von Medikamenten
zur Vorbeugung von Krankheiten und von chemischen Futtermittelzusätzen
zur rascheren Gewichtszunahme ist leider heute sehr verbreitet,
ist jedoch unbedingt abzulehnen.
Küchentechnische
Eigenschaften
Qualität
Die Qualität und der Geschmack des Geflügels sind abhängig
von der Art, der Rasse, dem Geschlecht, dem Alter, der Haltung und
der Fütterung. Fischgeruch und Fischgeschmack können bei Verfütterung
von Fischmehl auftreten und vermindern die Qualität des Geflügels.
Geflügelarten aus Zuchtbetrieben haben zwar eine gleichbleibende
Qualität und niedrige Preise, erreichen
aber nicht die feinen Geschmacksnuancen freilebender Tiere.
Junge Tiere haben ein zartes, helles, mageres, feinfaseriges
Fleisch und sind für Diätkost geeignet. Alte und fette Tiere haben
ein eher zähes, dunkles Fleisch.
Hühner, Truthähne, Perlhühner
und Tauben haben ein weißes, Gänse und Enten ein dunkles Brustfleisch.
Diese Farbunterschiede beeinflussen die Fleischqualität nicht.
Salmonelleninfektion
Auf der Haut von Geflügel können sich Salmonellen
befinden. Sie werden zwar durch Erhitzen abgetötet, doch können
sie auf andere Lebensmittel übertragen werden und zu Salmonelleninfektion
führen. Um eine Übertragung zu vermeiden, ist folgendes zu beachten:
Frisches Geflügel nicht zusammen mit Schlachtfleisch verarbeiten
und lagern.
Die zur Verarbeitung von Geflügel verwendeten Geräte, Werkzeuge,
Schneideunterlagen u. dgl. nicht zur
Bearbeitung von anderen Lebensmitteln verwenden.
Nach beendeter Arbeit den Arbeitsplatz, die Geräte und die
Hände sofort gründlich reinigen.
Stark angetautes oder aufgetautes Geflügel sofort verwenden
oder gegart einfrieren.
Tiefgefrorenes Geflügel zum Auftauen auspacken. Die Auftauflüssigkeit
wegschütten. Auf keinen Fall wieder einfrieren!
Geflügel genügend hoch und lange erhitzen.
Einkauf
und Lagerung
Geschlachtetes Geflügel muß einen
frischen Geruch haben, gut ausgeblutet und sorgfältig gerupft sein
und eine reine, unverletzte Haut haben. Junges
Geflüqel hat ein biegsames
Brustbein und spitze Krallen, junge Enten und Gänse
haben einreißbare Schwimmhäute.
Die Fleischreifung dauert bei Geflügel ca. 24 Stunden.
Angebotsformen
Geflügel kommt gerupft und ausgenommen in den Handel.
Frisch: in gekühltem Zustand. Haltbarkeit: 3 bis 5
Tage.
Tiefgefroren: in der Regel verpackt. Haltbarkeit:
fettes Geflügel 46 Monate, fettarmes Geflügel 912 Monate.
OD-Ware: Geflügel mit
Kopf und Füßen, nicht ausgenommen, aber ohne Darm.
Bratfertig: ausgenommen, ohne Kopf, Füße und Kragen.
Das "Junge" (Leber, Muskelmagen, und Herz ) sind beigepackt.
Teilstücke: halbe oder geviertelte Hühner, Hühnerbrust,
Hühnerkeule, Hühnerfilet (Hühnerschnitzel), Hühnerleber.
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